
Statistische Beobachtungen: Konfliktarten in dokumentierten Familienkonflikten
Diese Seite gibt einen Überblick über alle Konflikt- und Themenarten in der Fallsammlung und ihre Häufigkeit.
Aggregierte Kennzahlen
| Thema | Fälle | Anteil |
|---|---|---|
| Umgangsrecht | 192 | 100% |
| Sorgerecht | 165 | 86% |
| Kindeswohl | 122 | 64% |
| Eltern-Kind-Entfremdung | 115 | 60% |
| Verfahrensrecht | 102 | 53% |
| Jugendamt | 76 | 40% |
| Grundsatzentscheidung | 76 | 40% |
| Gutachten | 52 | 27% |
| Kindeswille | 52 | 27% |
| Verfahrensbeteiligte | 51 | 27% |
| Paritätische Betreuung | 45 | 23% |
| Gewalt & Gewaltschutz | 40 | 21% |
| Unterhalt | 38 | 20% |
| Umgangsausschluss | 37 | 19% |
| Verfassungsrecht | 11 | 6% |
Alle Angaben basieren ausschließlich auf dokumentierten Fällen in der Fallsammlung dieser Plattform. Die Daten sind nicht repräsentativ für Deutschland insgesamt.
Beispiel-Fälle
Elternteil manipuliert 12-Jährigen, Jugendamt schaut zu
Nachdem sich das betroffene Elternteil wegen einer anderen Beziehungsperson vom anderen Elternteil getrennt habe, habe das andere Elternteil den beiden gemeinsamen Söhnen zufolge sämtliche Informationen, die ein Kind nicht haben sollte, an die Kinder herangetragen. Das andere Elternteil habe dem Bericht zufolge finanzielle Details, anwaltliche Angelegenheiten und Informationen zur Affäre offen besprochen. Zum Zeitpunkt der Trennung seien das ältere Kind 17 und das jüngere Kind 12 Jahre alt gewesen; beide hätten sich daraufhin vom betroffenen Elternteil zurückgezogen. Die Beziehung zum älteren Sohn habe sich schrittweise wieder normalisiert, sodass dieser die damalige Beziehungsperson des betroffenen Elternteils inzwischen akzeptiere und eine normale Beziehung bestehe. Beim jüngeren Kind habe der Einfluss des anderen Elternteils in einer kritischen pubertären Phase jedoch zu anhaltender Ablehnung geführt. Das andere Elternteil habe wiederholt gesagt, das Kind müsse zur Ruhe kommen und das betroffene Elternteil müsse aus dessen Leben verschwinden, zugleich aber behauptet, das Kind werde ermutigt, wieder zum betroffenen Elternteil zurückzufinden. Sämtliche Termine beim Jugendamt, um zu einem Konsens zu finden und die angebliche Manipulation zu unterbinden, blieben ohne Erfolg; eine Jugendamt-Mitarbeiterin habe wörtlich gesagt: „Solange das andere Elternteil noch so verletzt ist, werden sie an ihr Kind nicht mehr rankommen.“ Niemand habe den Mut gehabt, dem anderen Elternteil zu sagen, dass es nicht Aufgabe des Kindes sei, finanzielle oder anwaltliche Informationen zu verarbeiten, weil dies auf Elternebene ausgetragen werde.
Ungerechtfertigte inobhutnahme von 3 kinder Sorgen Recht entzug
Am 24. September trennte sich das andere Elternteil räumlich und nahm die drei Kinder (5, 11, 14 Jahre) mit; das betroffene Elternteil blieb allein, musste arbeiten und schildert Überforderung. Das Jugendamt wurde informiert, kam aber nur zu Beratungs- und Kontrollgesprächen; im Januar 2025 gab es nach Angaben des Betroffenen wegen angeblicher falscher Anschuldigungen eine Inobhutnahme und ein negatives Erziehungsfähigkeitsgutachten. Am 26. Mai entzog das Gericht dem betroffenen Elternteil das Sorgerecht; die Kinder wurden gegen ihren Willen drei Stunden entfernt untergebracht, und längere Kontakte bzw. ein Zusammenleben beim betroffenen Elternteil wurden aberkannt.
Umgangsrecht verweigert, Zwang zur Vollmacht
Das betroffene Elternteil berichtet, dass das andere Elternteil per E‑Mail den Kontakt zu beiden Kindern mit dem 12. Lebensjahr entzogen habe: den älteren Sohn 2025 direkt nach den Sommerferien und den jüngeren Sohn 2026 eine Woche vor den Sommerferien; den älteren Sohn habe das betroffene Elternteil seit einem Jahr nicht gesehen. Das Jugendamt wurde eingeschaltet und organisierte Gespräche mit der Elternberatung einer Kinderpsychologin; das betroffene Elternteil habe außerdem Anwälte kontaktiert. Am 01.08.26 sei ein Antrag auf alleinige Ummeldung des älteren Kindes eingegangen; nach einem Gerichtstermin am 15.09.26 sei das Urteil bereits festgestanden, die Verfahrensbeiständin habe ungeprüfte Vorwürfe übernommen, Nachweise und Anhörung seien nicht berücksichtigt worden, und das betroffene Elternteil sei unter Androhung des Verlusts des kompletten Sorgerechts zur Unterzeichnung einer Vollmacht gedrängt worden. Aktuell besteht kein Umgang und die Ummeldung wurde vorgenommen.
OLG Saarbrücken 6 UF 146/25 - Anhörung des Jugendamts bei Wohnungszuweisung mit Kindeswohlbezug
Die Entscheidung betrifft die Anhörung des Jugendamts bei einer Wohnungszuweisung mit Kindeswohlbezug. Zu dieser Entscheidung ist in der Landesdatenbank kein Leitsatz veröffentlicht.
OLG Saarbrücken 6 UF 102/24 - Auflagen statt Sorgerechtsentzug bei Gefährdung durch den Stiefvater
Solange ein sorgeberechtigter Elternteil das Kind freiwillig in der Fremdunterbringung belässt, kann ihm das Aufenthaltsbestimmungsrecht allenfalls dann entzogen bleiben, wenn mit ziemlicher Sicherheit festgestellt werden kann, dass er seine Zusage bereits kurzfristig nicht mehr einhalten wird. Ansonsten liegt eine unzulässige Vorratsentscheidung vor.
OLG Zweibrücken 6 UF 112/25 - Großelternumgang und begleiteter Umgang
Die Entscheidung betrifft das Umgangsrecht der Großeltern mit Kindern in Obhut und die Kindeswohldienlichkeit eines begleiteten Umgangs. Zu dieser Entscheidung ist in der Landesdatenbank kein Leitsatz veröffentlicht.
OLG Zweibrücken 2 UF 62/25 - Formanforderungen an die Billigung einer außergerichtlichen Umgangsvereinbarung
Die Entscheidung betrifft die formellen Anforderungen an die familiengerichtliche Billigung einer außergerichtlich geschlossenen Umgangsvereinbarung. Zu dieser Entscheidung ist in der Landesdatenbank kein Leitsatz veröffentlicht.
OLG Hamburg 7 UF 51/25 - Beschwerderecht des Jugendamts
Die Entscheidung betrifft das Beschwerderecht des Jugendamts. Zu dieser Entscheidung ist in der Landesdatenbank kein Leitsatz veröffentlicht.
OLG Hamburg 7 UF 70/24 - Rechtmäßigkeit eines Umgangsausschlusses
Die Entscheidung betrifft die Rechtmäßigkeit eines Umgangsausschlusses. Zu dieser Entscheidung ist in der Landesdatenbank kein Leitsatz veröffentlicht.
OLG Rostock 10 UF 7/26 - Aufenthaltsbestimmungsrecht für ein zweijähriges Kind
Die Entscheidung betrifft die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts für ein zweijähriges Kind nach § 1671 BGB. Zu dieser Entscheidung ist in der Landesdatenbank kein Leitsatz veröffentlicht.